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Mitten auf Skeppsbron in Åhus steht ein Pfosten mit vielen Schilden. Das ist so einen Touristen-Ding, die Åhus auf die Weltkarte setzt und zeigt, das Åhus wahrhaftig im Mittelpunkt ist. Vancouver -9 Stunden, Lima -6 Stunden und Sydney +9 Stundensteht auf den Schilden um die Zeitunterschied zu zeigen. Die Zeit macht wohl keinen Unterschied. Denn hier im Åhus Gästgifvaregård fühlt es sich so als ob die Zeit stillsteht; wenn ich die Steintreppe hochsteige, der Tür öffne und eintrete kann eine windige Stadt in Kanada oder die Hauptstadt in Peru mir nicht weniger interessieren. In der Tat kann mir die ganze Welt da draußen gleichgültig sein. Anders kann nicht sein, wenn ich mit einem Willkommen begrüßt werde, das in der Tat von Herz kommt und ein Lächeln, das sagt: Wie schön dass du zu uns kommt. Da im Ledersessel genau rechts in der Wandelhalle, mit einem Single Malt Whiskey sitzend, wächst eine einzigartiger Gefühl die meine Schultern sinken macht, den widerlichen steifen Nacken löst sich auf und fühlt sich auf einmal Normal, und das Herz schlägt außergewöhnlich angenehm. Ab und zu, wenn die Gedanken so frei und herrlich geflogen haben, wie sie nur bei so einer friedliche Ruhe können, habe ich überlegt ob Lasse Bylin vielleicht eine Art beruhigender Gas in das Ventilationssystem kreisen lässt? Nein, ganz ernst, die Erklärung ist auf eine Seite so simpel, aber in unserer leistenden, gestressten Gesellschaft wo kein Schwein es wagt Mensch zu sein, zu gleicher Zeit so außergewöhnlich. Hier gibt es die Ruhe. Sie ist in den Wänden, die ob sie sprechen könnten Geschichten von wildem Seemänner, die hier im 18.Jahrhundert gesoffen haben, von dem Branntweins-König und dem Aal-König. Von Gelächter. Diskussionen. Schimpferei. Von Liebe und gebrochenen Herzen. DDie Ruhe gibt es in das Servierungspersonal, die von erster Sekunde dich wie ein alter Freund behandeln. Im Essen. In den persönlichen Zimmern. Im Åhus Gästgifvaregård kann es mir nur gut gehen. Wie der Nacht in November 1999. Wir wollten zum Gänseschmaus. Wir würden spät ankommen, und ich rief Gastwirt Lasse Bylin an und fragte ob er vielleicht nicht für ein kleines Mahlzeit mit geräuchertem Aal sorgen könnte. Als wir in der kleinen Speisesaal eintraten hatte er den Tisch mit geräuchertem Aal, Salami, herrliches Roggenbrot und helles Bier gedeckt. Eine Flasche Åhus Bitterer lag auf Eis. Wir wollten schon niemals ins Bett gehen. Wie August 2001. Es war gegen 7 Uhr Morgens. Ich nahm mein Frühstücks-Tablett, den ich natürlich mit Hausgehmacht Leberpastete versehen hatte, und setze mich draußen. Die Sonne brach vorsichtig durch den Morgendunst. Ein paar Möwen schrieen ein Stück weg. Ein Boot mit Zweitaktmotor puffte mich in Helge Å vorbei. Ab und Zu steht die Zeit still und die Welt da draußen verschwindet. STEFAN JOHANSSON Essen- und Reiseschriftsteller für unter anderem Aftonbladet und Euroworld. |